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18 May
sophia rudolph panama berlin
Portrait
7 Februar 2018

Trendy Chef: Sophia Rudolph vom Panama Restaurant in Berlin

Egal ob New York Times oder Tagessspiegel – seit der Eröffnung des Panama im Juni 2016 ist das neue Szenerestaurant in Berlins Schöneberg in aller Munde. Der Hauptgrund: die innovative Küche von Sophia Rudolph, gerade mal 31 Jahre alt und schon eine von Berlins bekanntesten Köchen.

Die Liebe zu gutem Essen begann bereits in Sophias Kindheit. Mit 13 zog ihre Familie nach Frankreich, wo sie die Internationale Schule in Lyon, und später eine Hotelfachschule besuchte. Sie probierte sich in allen Domänen der Hotellerie aus, aber irgendwann war klar: sie wollte kochen. Hier lag ihr Herzblut, hierin sah sie ihre Zukunft. Zurück in Deutschland ging sie als Sous-Chef in die Weinbar Rutz und erarbeitete sich dort über 4 Jahre einen Ruf als gewissenhafte und kreative Köchin unter Kollegen. Diese Reputation sollte ihr später auch die Stelle der Chefköchin im Panama einholen.

Das Konzept des hippen Restaurants, vom Macher des bekannten Berliner Szenelokals Katz Orange, orientierte sich an einem klassischen Kinderbuch, Janoschs „Oh wie schön ist Panama“. Im Buch gehen zwei auf eine Reise nach Panama, weil sie sich davon Exotik und Abenteuer erwarten. Als sie letztlich über Umwege wieder in den eigenen vier Wänden landen, wirken diese auf sie wie eben das ferne Land, was sie eigentlich gesucht hatten. Genau das war die Idee hinter dem kulinarischen Konzept des Panama: Darf exotisch klingen, aussehen und schmecken, ist aber weitestgehend regional.

Mit diesem Briefing stellte sich Sophia in die Küche und experimentierte. Ihre Lieblingsinspiration hierbei: die eigene Kindheit: „Ich koche am liebsten Dinge, die ich schon als Kind gerne gegessen habe“. Vielleicht ist es diese Schnittstelle aus Innovation und Altbewährtem, die die Gäste des Panama wieder und wieder herkommen lässt.

Alle Produkte werden lokal eingekauft, Nachhaltigkeit steht an vorderster Stelle. Die Idee ist nicht jeden Gast mit seinem Teller zu präsentieren, sondern zum Teilen anzuregen, 5 bis 6 Teller für einen Tisch mit zwei Leuten wird empfohlen. Der Service informiert gewissenhaft und freundlich, ist aber nicht aufdringlich. Ein Sommelier kommt an den Tisch und kann aufs Essen genau abgestimmte Weinempfehlungen geben, natürlich ist auch die Auswahl an Bordeaux Weinen reichhaltig.

Wer einen Besuch im Panama plant wird nicht nur Sophia Rudolph, dank der offenen Küche, live kochen sehen, er wird auch das Vergnügen haben aus Delikatessen wie Rindertatar, Saibling Tacos oder Brandenburger Short Rib auszuwählen. Unsere Empfehlung? Die Faröer Lachs Ceviche zu einem Glas Graves Weißwein, gefolgt vom Coffee-rubbed Iberico Secreto zu einem Bordeaux Rot.

Zum Abschluss verrät Sophia uns noch eine Kindheitserinnerung aus Bordeaux. Mit ihrer Familie fuhr an so manchem Sommer auf dem Weg nach Deutschland durch die Hafenstadt, wo ihre Eltern sich stets so viele Kisten Bordeaux Wein ins Auto luden, dass die Sophia und ihr Bruder auf der Rückbank die Füße einziehen mussten. Wir können es ihnen nicht verübeln...

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