Scharfer Rote Linsen-Eintopf anstatt hartem Neujahrsvorsatz
Food
Februar 15, 2017

Scharfer Rote Linsen-Eintopf anstatt hartem Neujahrsvorsatz

Der Januar ist immer der Monat der großen Vorsätze und hochfliegenden Pläne für das Jahr. Warum die Frankreichbloggerin Sandy Neumann davon nicht all zu viel hält und auf welche Freuden sie lieber nicht verzichten möchte, erfahrt ihr hier. 

Die meisten Vorsätze und die Motivation, ihnen mit Biss und Anstrengung zu begegnen scheitern nämlich daran, dass sie nicht konkret genug, nicht überprüfbar und vor allem nicht smart genug sind. „Ich will mal mehr Sport machen“ endet spätestens Anfang Februar damit, dass der innere Schweinehund bereits mehrfach als Sieger aus dem Battle ging und man sich mit seinem schlechtem Gewissen unbehaglich fühlt.

Die Freude bleibt auf der Strecke…

und dazu kommt die nicht minder demotivierende Devise „no pain, no gain“ – wenn es nicht schmerzt, kann es nicht gut sein. Ähnlich verhält es sich mit Essen und Trinken. In schöner Regelmäßigkeit durchziehen die Büroflure Anfang des Jahres griesgrämig dreinschauende Gestalten, die ihre pulverisierten Abnehmhilfen zu einem Gebräu verarbeiten wollen, das ihnen ihre Wunschfigur und vieles mehr bescheren soll.

Auch hier von Genuss und Geschmack keine Spur, Leiden auf ganzer Linie für die Aussicht auf marginale Erfolge.

Ich plädiere für die Lebensfreude und den Genuss in Form von Suppen und Eintöpfen.

Die bringen uns wohltuend und wärmend durch den Winter und ganz en passant tun sie unseren Körpern Gutes, laben unsere Sinne und nähren uns mit unvergleichlich vollen, tiefen Aromen. Suppen und Eintöpfe sind Glücklichmacher, quasi der kulinarische Hauspantoffel zum Reinschlüpfen, Durchatmen und Entspannen nach einem eisigen Wintertag. Das Zusammenspiel unterschiedlicher Texturen, Farben und Geschmacksqualitäten lässt das kulinarische Erlebnis zu einer Entdeckung werden und kann uns auf leichte Weise neu beflügeln.

Und wenn ein Wein dazu die passende Begleitung sein kann, dann entsteht lukullische Lebensfreude pur.

Zum scharf-würzigen Eintopf von roten Linsen in Kokosmilch gesellen sich neben dem sautierten Spinat noch Garnelen und mit Piment d’Espelette geröstete Kichererbsen. Süßweine mit ihren opulenten Aromen ergänzen und unterstützen das Gericht und lassen den Genuss rund und harmonisch und gleichzeitig neu und überraschend werden.

Wer mutig ist, probiert im Glas eine Mischung aus Crémant de Bordeaux und Sauternes.

Eine klassisch gute Wahl ist ein trockener Weißwein mit kräftigem Körper, verhaltener Fruchtsüße und würzigen Noten.

In jedem Fall eine gute Wahl ist, sich für Genuss und Lebensfreude zu entscheiden, gern mit einem wärmenden Eintopf. 

Bon appétit et à la votre!

Meine Vorschläge:

Crémant de Bordeaux

Süßwein (aus Sauternes)

Trockener Weißwein (e)

REZEPT: Eintopf von roten Linsen mit Babyspinat, Garnelen und gerösteten Kichererbsen

(Für 4 Personen)

für die Suppe

  • 250g rote Linsen

  • 200 mal passierte Tomaten

  • 400 ml Kokosmilch

  • 200 ml Gemüsebrühe

  • 2 EL Ghee

  • 1 Schalotte, geschält und fein gehackt

  • 2 Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt

  • 1 Stange Zitronengras

  • 5 cm Ingwer, in Scheiben geschnitten

  • Saft und Abrieb von einer Biozitrone

  • Salz, Pfeffer

  • 1 TL rote Currypaste

  • Granatapfelkerne

  • einige Blätter Thai-Basilikum

für die gerösteten Kichererbsen

  • 100 g vorgegarte Kichererbsen

  • 1 EL Olivenöl

  • 0,5 TL Piment d’Espelette

für die Garnelen

  • 8 frische Garnelen, küchenfertig vorbereitet

  • 1 Knoblauchzehe

  • Olivenöl

  • Salz

  • 1 TL Nigella (Schwarzkümmel)

für den Spinat

  • 250 g Babyspinat

  • 1 TL Ghee

  • 1 EL Olivenöl

  • Salz, Pfeffer

  • 2 TL Zitronensaft

In einem großen Topf die Schalotte, den Knoblauch, den Ingwer und das Zitronengras in Ghee anschwitzen. Die Linsen dazu geben und ebenfalls kurz anschwitzen. Mit den passierten Tomaten und der Kokosmilch aufgießen und köcheln lassen. Wenn die Linsen stark aufquellen und die Konsistenz sehr dickflüssig ist, etwas Gemüsebrühe dazu geben. Auf geringer Hitze langsam garen.

In der Zwischenzeit den Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Die Kichererbsen abgießen, kurz abwaschen, abtrocknen und auf das Blech geben. Olivenöl und Piment d’Espelette darüber geben und die Kichererbsen mit den Händen gut damit bedecken. Für 30 Minuten rösten. Dann bis zur Verwendung beiseite stellen.

Nun den Ingwer und das Zitronengras aus der Suppe nehmen. Dann Zitronensaft, Abrieb und rote Currypaste zur Suppe geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bei sehr geringer Hitze bis zum Servieren stehen lassen. Gegebenenfalls noch mit etwas Brühe aufgießen.

Für die Garnelen in einer Pfanne Ghee und Olivenöl erhitzen und den Knoblauch kurz anschwitzen. Die Garnelen dazu geben und von jeder Seite anbraten. Etwas salzen, dann beiseite stellen.

Den Spinat waschen, abtrocknen und in Ghee und Olivenöl kurz sautieren und dann zusammenfallen lassen. Die Hitze reduzieren, salzen und pfeffern und den Zitronensaft dazu geben. 

Zum Anrichten die Suppe in Schalen füllen. Jeweils Spinat und zwei Garnelen dazu geben. Mit Kichererbsen, Granatapfelkernen und einigen Blättern Thai-Basilikum garnieren, ein paar Körner Nigella darüber streue. 

Von: Sandy Neumann

Sandy Neumann lebt, arbeitet und genießt in Hamburg und im Languedoc-Roussillon. Bisher besitzt sie nur einen Rebstock – auf ihrem rechten Unterarm. Sie pflegt eine nicht heimliche Leidenschaft für natursüße Weine und alle Spielarten der französischen Küche. Auf ihrem Blog confiture-de-vivre teilt Sandy ihre Liebe zu Frankreich mit allen interessierten. Sandy ist leidenschaftliche Rezeptentwicklerin und Foodfotografin, kulinarische Journalistin und Bordeaux-Expertin. Auf ihrem Blog berichtet sie regelmäßig über die kulinarischen Highlights in ihrem Alltag und gibt Tipps und Tricks rund ums Kochen und Schlemmen. 

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