Das Château Couhins ist auf das Pferd gekommen
Portrait
Januar 27, 2017

Das Château Couhins ist auf das Pferd gekommen

Auch die Winzer des Bordelais schreiben sich nachhaltiges Wirtschaften auf die Fahne. Das Château Couhins in Péssac-Leognan ist unter anderem aufs Pferd gekommen, um ihren klimapolitischen Zielen nachzugehen.
Keine Macht den Rebschädlingen

In den 1990er Jahren wurde die Methode der Pheromon-Verwirrung auf dem Château Couhins entwickelt. Diese biotechnologische Methode verwirrt das hormonale Fortpflanzungssystem von schädlichen Faltern. Das Prinzip basiert auf der Verbreitung von stark dosierten weiblichen Lockstoffen in den Rebreihen. Die männlichen Falter verlieren die Orientierung und gelangen nicht zu den Weibchen: weniger Paarungen und damit weniger Nachkommen der Schädlinge sind die Folge. Eine win-win-Situation für besser geschützte Reben bei drastisch reduziertem Einsatz von Insektiziden.

Wer früh erntet säht…

Die Botrytis oder Graufäule ist eine Pilzart, die zu Ernte- und Qualitätseinbußen führt. Ihr Auftreten ist besonders während der Lesezeit gefürchtet. Die Weinlese auf Château Couhins startet besonders frühzeitig, da das Château von seiner semi-urbanen Lage profitiert. Außerdem wird seit vielen Jahren eine versuchsweise Ausdünnung und Entblätterung durchgeführt, um die Anti- Botrytis-Behandlungen zu ersetzen. Eine natürliche Methode, die ihre Früchte trägt.

Mit dem Pferd neue Arbeitswege testen

Um die Relevanz und Effizienz von Arbeitswegen im Weinberg zu beurteilen, wird auf Château Couhins auf das Pferd gesetzt: Zur Bodenbearbeitung in unterschiedlicher Tiefe, Auflockerung, bei natürlicher Begrünung. Neben der Bodenschonung wird die CO2-Bilanz durch die Arbeit mit dem Pferd verbessert.

Präzisionsarbeit im Weinanbau?

Seit 2007 erfasst das Château Couhins die Wuchskraft der Weinstöcke
mit Hilfe des sogenannten GPS-gestützten „GreenSeekers“ bis auf
1 m2 genau. Dieser analysiert das von den Blättern reflektierte
Sonnenlicht und berechnet daraus einen Vegetations-Index, der
der Wuchskraft der Rebpflanzen entspricht. Dieses Werkzeug
erlaubt die Bestimmung der nötigen Nährstoffe und der Behandlung
mit Pflanzenschutzmitteln, abgestimmt auf die Bedürfnisse der
Pflanze. Das Ziel ist die individuelle Analyse und Bearbeitung jedes
einzelnen Rebstocks. Es sei ebenfalls erwähnt, dass der Einsatz des 19 „GreenSeeker“ zur Reifebestimmung der Trauben äußerst wertvoll ist und zur optimalen zeitlichen und örtlichen Koordinierung der Erntehelfer eingesetzt wird.

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