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22 Sep
Winzerin im Weinberg am Ernten
Weinwissen
31 August 2017

Weinlese in Bordeaux 2017

Die aufregendste Phase im Leben jedes Winzers ist die Erntezeit! Normalerweise schlägt die Stunde der Weinernte in Bordeaux erst Mitte September. Dieses Jahr beginnen die Bordelaiser Winzer bereits 15 Tage früher mit der Weißwein-Ernte als üblich!

Welche Faktoren bestimmen, wann geerntet wird?

Der Beginn der Weinlese ist vorrangig davon abhängig, wann die Trauben reif genug sind. Das hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, wie beispielsweise der Rebsorte oder der Witterung. 

Weißweine 

Im Falle der Weißweine ist es oftmals sogar so, dass die Vollreife gar nicht ganz abgewartet wird. Gewisse Traubenarten würden dann massiv an Säure verlieren. 

Rotwein

Bei roten Trauben achtet man außerdem darauf, wie dick die Traubenschale ist. Wenn diese bereits recht dünn sind und die Stiele bereits verholzen, dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um die Trauben zu ernten. Der Reifezeitpunkt der Tannine, wird im Fachjargon auch physiologische Reife genannt.

2 Methoden zur Weinlese

Ist die Ernte beschlossene Sache, gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, sich der begehrten Trauben habhaft zu werden. Entweder werden die Reben mit der Hand abgeerntet oder mit der Maschine. Bei der Handlese werden reife Trauben mit der Rebschere vom Stiel abgeschnitten, in Körben gesammelt und anschließend zur Weiterverarbeitung in den Keller gebracht. Indem per Hand jede einzelne Traube begutachtet wird, kann ein Rebstock perfekt verlesen werden. Diese Arbeitsweise ist jedoch sehr kostspielig.

Die schnellere und vor allem günstigere Variante ist die Maschinenlese.

Durch maschinelles Abernten spart man sich auf 1 Hektar Land 300 Arbeitsstunden! 

Aber: Die Maschine ist zum Beispiel nicht im Stande zwischen unreifen, vollreifen oder auch faulen Trauben zu unterscheiden. Hier ist wieder der Mensch gefragt, der anschließend am Band von Hand sortiert.

Die Qualität des Weines ist in hohem Maße von der Organisation der Lese abhängig! Trauben müssen nach ihrer Ernte umgehend in den Keller zur Weiterverarbeitung gebracht werden! Je länger sie in der Sonne verweilen, desto schlechter die Qualität der Traube. Es kann sogar so weit gehen, dass der Saft bereits vor dem Pressen zu gären beginnt! Daher wird häufig nicht bei strahlendem Sonnenschein, sondern eher bei kühleren Temperaturen, in Kalifornien sogar nachts, geerntet.

Kurzum also: Reife Trauben kommen ab von der Rebe und rein in das Körbchen, faule in den Abfall und unreife bleiben noch an der Rebe. Sie könnten ja noch nachreifen. Das sorgt zwar dafür, dass Lesehelfer mehrmals ihre Kreise durch die Weinberge ziehen, allerdings wird so keine einzelne Traube verschwendet! 

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