Die Kunst der Assemblage – Was ist eine Cuvée?
Weinwissen
März 2, 2017

Die Kunst der Assemblage – Was ist eine Cuvée?

Was ist eigentlich eine Cuvée, ein Blend oder die sogenannte Assemblage? Wir klären einmal auf, worum es sich hierbei handelt und geben euch ein kleines Einsteigerwissen zur Kunst der Assemblage. 

Die Kunst der Assemblage beschreibt die Vermählung von rebsortenreinen Weinen zu einer sogenannten „Cuvée“ – einem Wein, der aus mindestens zwei Rebsorten besteht. Ebenfalls beliebter und gängiger Ausdruck für die „Cuvée“ ist der englische Begriff „Blend“. Die Winzer des Bordelais vermochten seit jeher aus den unterschiedlichen Weinen ihrer Terroirs das Beste herauszuholen und somit ausgewogene und harmonische „Bordeaux Blends“ zu kreieren.

Von wegen „Verschnitt“

Noch heute wird eine Assemblage häufig plump mit dem deutschen Wort „Verschnitt“ übersetzt. Gerechtfertigt ist dieser Ausdruck im Falle der Assemblage, insbesondere in der Bordeaux-Region, auf keinen Fall. Ferner noch, sind einige der weltweit besten Weine nicht gänzlich sortenrein.

Das richtige Fingerspitzengefühl…

Es ist nicht ungewöhnlich, dass gänzlich sortenreine Weine zu rau, sauer oder zu weich auftreten, während eine Cuvée wesentlich ausgewogener und zugänglicher erscheint.

Das richtige Kombinieren von mehreren Weinen zu einer harmonischen Cuvée gilt als eine Kunst, die nur von wenigen beherrscht wird. Nur Winzern mit viel Fingerspitzengefühl, Erfahrung und einem feinen Gaumen gelingt die Kreation geschmacklich ausgewogener Kompositionen: Welche Rebsorten, welcher Terroirs und aus welchen Fässern passen in welchem Verhältnis zusammen?

Individuelle Stärken nutzen

Durch die Assemblage gelingt es Winzern die individuellen Stärken in Aromatik, Säurestruktur oder Lagerfähigkeit verschiedener Weine in einer Cuvée zu summieren. Eine typische rote Cuvée besteht – nach getrenntem Anbau, Verarbeitung und Lagerung – aus häufig drei Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc. Aber auch Malbec oder Petit Verdot eignen sich hervorragend für eine gelungene Assemblage.

Merlot sorgt in einer Cuvée für die Samtigkeit, die tiefrote Farbe und die feine beerige Note, während Cabernet Sauvignon der Cuvée eine feine Säure und eine hellere Farbe verleiht und dafür sorgt, dass der Wein länger gelagert werden kann.

Bei weißen Cuvée kombiniert man häufig frische und tendenziell saure Rebsorten mit eher milden oder besonders aromatischen Partnern. Eine der bekanntesten Cuvée dieser Art ist der Bordeaux Blanc, der sich aus Semillon, Sauvignon Blanc und Muscadelle zusammensetzt.

Da Semillon allein eher über wenig ausgeprägtes Aroma verfügt und einem Wein einen relativ öligen Charakter verleiht, wird häufig Sauvignon Blanc ergänzt, wodurch sich mehr Säure im Bukett entwickelt und würzigere Weine entstehen. Kombiniert man bei der Herstellung einer weißen Cuvée Rebsorten zusätzlich mit Muscadelle, erzeugt dies einen fruchtigen Geschmack und häufig hell gelbe Weinfarben.

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